Ganztag

Seit Beginn des Schuljahres 2020/2021 ist das Gymnasium Nordenham offene Ganztagsschule und setzt damit an drei Tagen pro Woche (Dienstag, Mittwoch, Donnerstag) fort, was viele Kinder und Eltern bereits aus der Grundschule kennen: eine verlässliche Betreuung nach dem regulären Unterrichtsschluss. Im aktuellen Schuljahr richtet sich das Angebot „Ganztag“ zunächst nur an Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 5 und 6. Geplant ist es jedoch, dieses Angebot im kommenden Schuljahr auch in Jahrgang 7 fortzuführen. Bei der offenen Ganztagsschule ist die Teilnahme an der Nachmittagsbetreuung freiwillig, einmal angemeldet jedoch für die Dauer eines Schuljahres bindend. Knapp 60 Schülerinnen und Schüler der aktuellen 5. und 6. Klassen haben sich in diesem Schuljahr für die Ganztagsbetreuung angemeldet, was durchaus vergleichbar mit den Zahlen anderer Schulen ist, die bereits seit längerer Zeit auf Ganztagsbetrieb umgestellt haben. Neben einem dreiköpfigen Organisationsteam unter der Leitung von Vera Eckermann sind etwa ein Dutzend Lehrerinnen und Lehrer sowie unser „Bufdi“ Chris Schellstede im ersten Halbjahr des Schuljahres 2020/2021 im Ganztagsbereich eingesetzt. Abwechselnd begleiten sie die Schüler zum Mittagessen, unterstützen sie bei den Hausaufgaben oder arbeiten in spannenden Angeboten mit ihnen.

Wie läuft der Ganztag unserer Schule ab und welche Angebote gibt es?

13.10 Uhr, das Läuten der Schulglocke beendet für alle Schüler der Unter- und Mittelstufe ihren zumeist 6-stündigen Schultag. Die Räume 3004-3006 leeren sich. Doch während die letzten 9.-Klässler, die hier ihre Klassenräume haben, noch die letzten Sätze des Tafelbildes abschreiben oder ihre Rucksäcke einpacken, warten schon die ersten hungrigen 5.- und 6.-Klässler an den Türen und stellen ihre Schultaschen in den Räumen ab. Sie werden hier um 13.15 Uhr in drei verschiedenen, festen Gruppen von ihren Ganztagslehrern in Empfang genommen, um sich anschließend gemeinsam auf den Weg zur Mensa zu machen. Da die Mensa am Gymnasium Nordenham (noch) nicht für die Mittagsverpflegung ausgelegt ist, beginnt der Ganztag vorerst mit einem Gang zur nahegelegenen Oberschule 1 und der dort vor wenigen Jahren neu gebauten Mensa. Die Zeiten sind genau getaktet, zum Trödeln bleibt keine Zeit, denn coronabedingt können immer nur einzelne Schülergruppen zeitgleich in der Mensa essen, Schüler verschiedener Schulen dürfen unter keinen Umständen vermischt werden. Nach einigen kleineren Anlaufschwierigkeiten und den ersten verlorenen Mensakarten oder vergessenen Online-Essensanmeldungen haben sich die kleinen Gymnasiasten bereits nach nur wenigen Wochen gut an das neue System gewöhnt.

„Das Essen an der OBS schmeckt gut!“ (Lukas, 5b)

Bis das Gymnasium über eine eigene „richtige“ Mensa verfügt, gehen die Ganztagsschüler mit ihren Lehrkräften zum Mittagessen in die OBS 1.

Nach dem Mittagessen geht es in den gleichen Gruppen zurück an die eigene Schule, denn hier steht gemäß dem Motto „erst die Arbeit, dann das Vergnügen“ von 14.00 Uhr bis 14.30 Uhr Hausaufgabenzeit auf dem Plan. Durch kleine Gruppen (maximal 15 Schüler) hat jeder Schüler die Möglichkeit, der betreuenden Lehrkraft Fragen zu stellen und nicht richtig verstandene Inhalte noch einmal aufzuarbeiten.

„Ich finde es gut, dass in der Hausaufgaben-Betreuung immer ein Lehrer ist, dem man Fragen stellen kann, wenn man etwas nicht richtig verstanden hat.“

(Anna-Maria, 5a)

Yasmin, Carlos, Salwa und Josefin (alle 6c) unterstützen sich gegenseitig bei den Hausaufgaben.

Wer nicht fertig wird mit seinen Hausaufgaben, kann auch noch in der 8. Stunde unter Betreuung einer Lehrkraft im Hausaufgabenraum weiterarbeiten. Ansonsten beginnen um 14.30 Uhr die AG-Angebote, die eigens für die Ganztagsschüler eingerichtet wurden. An jedem Tag konnten die 5.- und 6.-Klässler zwischen drei bis vier verschiedenen Angeboten wählen.

Eigens für unsere Ganztagsschüler eingerichtet bzw. umgestaltet wurde der hintere Teil unserer Mensa/Cafeteria. Bunte Sofas und Teppiche schmücken den Raum, dessen Highlights wohl der große Billardtisch und der Tischkicker sind, eine neue Wandbemalung durch einen Kunstkurs des 12. Jahrgangs ist in Planung. Angedacht war es, den Ganztagsschülern mit diesem Bereich einen Raum zu geben, in den sie sich nach Erledigung der Hausaufgaben, in möglichen Freistunden oder auch in den großen Pausen zum Entspannen oder „Austoben“ zurückziehen können. Zum großen Bedauern unserer Schüler kann dieses Angebot jedoch vorerst nicht stattfinden, da der angrenzende Mensabereich während der Coronazeit als Aufenthaltsbereich für die Oberstufe fungiert und die Nutzung durch die Ganztagsschüler eine nicht erlaubte Mischung mehrerer Jahrgangsstufen mit sich ziehen würde. So warten Billard, Tischkicker und Leseecke auf das nächste Schuljahr, um dann hoffentlich regelmäßig von den Schülern genutzt zu werden.

Dienstag…

Eine Glasschale, Milch, Lebensmittelfarben, ein Wattestäbchen und Seife – aus wenigen „Zutaten“

Am Dienstag erfreuen sich besonders die „kleinen Forscher“ (oben) großer Beliebtheit. Hier werden wöchentlich spannende und praktische Experimente durchgeführt. So züchteten die teilnehmenden Schüler bereits ihre eigenen Kristalle, welche sie anschließend mit nach Hause nehmen durften oder stellten „Regenbogenmilch“ her. Auch wenn nicht jede Woche etwas „explodiert“ sind die Schüler mit viel Eifer an der Sache.

„Die Angebote sind richtig cool. Am besten finde ich die ‚kleinen Forscher‘, weil man hier viel experimentieren kann.“ (Katerina, 5b)

im Tanzangebot „Let’s dance“ trifft sich jede Woche eine kleine Gruppe von Mädchen, um gemeinsam mit Musik und Bewegung Spaß zu haben. Nachdem ein gemeinsamer Aufwärmtanz eingeübt wurde, durfte jede Teilnehmerin ihr Lieblingslied präsentieren, zu dem im weiteren Verlauf des Jahres mit ein bisschen Hilfe aus dem Internet gemeinsam Tanzschritte und eine Choreografie ausgedacht werden. Eine der Schülerinnen hat bereits eine Choreografie mitgebracht, die sie ihren Mitstreiterinnen nun beibringt. Eine große Hilfe sind den kleinen Tänzerinnen die fahrbaren Spiegelwände in der Turnhalle, da sie so direkt selbst sehen können, welche Bewegung noch nicht „richtig sitzt“.

Wer nicht forscht oder tanzt nimmt beim „GymNor-TV“ teil. Hier arbeiten die Schüler im ersten Halbjahr zunächst daran, eine Gruselgeschichte als Lego Stop-Motion zu filmen. Als Grundlage hierfür dient die Geschichte „der Überraschungsgast“ von R.L. Stine. Nach deren inhaltlichen Erarbeitung begannen die Schüler mit dem Bau passender Kulissen und möchten nun ihre Geschichte filmen. Dabei verwenden sie Handys oder IPads und das Programm „Stop Motion“, in welches sie zuvor eine Einführung bekommen haben.

Mittwoch…

Eine „richtige“ Theater-AG gibt es im Schuljahr 2020/2021 aufgrund der Corona-Pandemie leider nicht am Gymnasium Nordenham. Umso mehr freuen sich die Schüler der 5. und 6. Klassen, im Rahmen des Ganztagsangebots „Theater“ auf der Bühne stehen zu dürfen. 

Großer Beliebtheit erfreut sich das Theater-Angebot des Ganztags. In Kleingruppen studierten die 18 teilnehmenden Jungen und Mädchen zunächst verschiedene Sketche ein und präsentierten diese vor ihren Mitschülern auf der Bühne. Danach trauten sie sich an ein „größeres“ Theaterstück heran.

Die Natur-AG ist ein Baustein unseres Umweltschulkonzepts. Hier helfen selbst die Kleinsten bei der Errichtung eines Schulgartens. In den ersten Wochen stand Apfelernte hinter dem Altbau auf dem Programm. Das Angebot „Bee Gees – Staying alive“ gliedert sich ebenfalls in unser Umweltschulkonzept ein. „Staying alive – Am Leben bleiben“ ist hierbei genau das Anliegen der teilnehmenden Schüler, die sich für den Insektenschutz (insbesondere der Honigbiene) einsetzen. Indem das Schulgelände zu einer „Insel der Biodiversität“ umgestaltet wird, will die Gruppe einen Beitrag gegen das Bienensterben leisten. Im ersten Halbjahr lernen die Schüler interessante Fakten rund um das Thema, sie beobachten die Honigbiene beispielsweise unter dem Binokular, um etwas über ihren Körperbau zu erfahren. Oder sie probieren mittels der Bienen-Tanzsprache, ergiebige Futterquellen (= versteckte Süßigkeiten auf dem Schulhof) zu finden. Auch Insektenhotels, Geheimtinte aus Honig oder Bienenwachskerzen werden hergestellt. Richtig praktisch wird es dann im Frühjahr 2021, wenn zwei Bienenvölker als Teil der Schulgemeinschaft auf dem Schulgelände einziehen und die Schüler zu kleinen Nachwuchsimkern werden.

                „Die Bienen-AG ist cool. Wir haben schon viel gelernt. Einmal haben wir eine Schatzsuche auf dem Schulhof gemacht, das war cool! Den Schatz mussten wir mit der Bienensprache finden.“ (Najimedin, 5d)

Beim Trommeln steht der Spaß an der Musik im Vordergrund. Die Teilnehmer erproben hier coole Rhythmen auf verschiedenen Instrumenten und Alltagsutensilien und spielen kleine Stücke in der Gruppe.

Donnerstag…

In der Fußball-AG (links) kommen vor allem die Jungen auf ihre Kosten. In coolen Aufwärmübungen, die dazu dienen sowohl die Fußfertigkeiten als auch die Spielintelligenz zu verbessern, bereiten sie sich auf das eigentliche Spiel vor. Dabei lernen sie eine Menge Tricks und Tipps.     

Das Angebot „Kreativ mit Nadel und Faden“ (rechts) hingegen ist vor allem bei den Mädchen sehr beliebt. Hier lernt man, wie man mit einer Nähmaschine näht und auf diese Weise tolle Dinge selbst herstellen kann. Wie muss ich eine Spule einlegen und wie wird der Oberfaden eingefädelt? Wie muss ich das Fußpedal bedienen und was bedeutet eigentlich „nähfüßchenbreit“? Durch das Nähen von Schlüsselanhängern wurden diese Fragen spielerisch beantwortet. Im Anschluss daran wagte sich die Gruppe an größere Nähprojekte heran und die Schüler nähten eine tolle Tasche oder eine Handyhülle in den eigenen Lieblingsfarben und mit selbst ausgewählten Motiven.

                „Ich finde Nähen besonders gut. Wir nähen richtig schöne Sachen mit der Nähmaschine, zum Beispiel eine Tasche oder auch Masken.“ (Amina, 5d)

Mit Begriffen wie „Rochade“, „Patt“, „Gabel“ und „Schäfermatt“, setzt sich die Schach-AG auseinander. Hier entdecken die Schüler, was eigentlich auf dem Schachbrett passiert, lernen die Grundregeln und Strategien des Schachspiels und schulen ganz nebenbei auch noch Konzentrationsfähigkeit, räumliche Vorstellungskraft und logisches Denken.

Als letztes Angebot haben die Schülerinnen und Schüler am Donnerstag die Möglichkeit, am „Bücherei-Club“ (unten) teilzunehmen. Dieser stellt eine Kooperation mit der angrenzenden Stadtbücherei dar und wird – anders als alle anderen Angebote – nicht von einem Lehrer, sondern von den dortigen Mitarbeitern geleitet. Hier lernen bereits die Kleinsten, wie die Arbeit in einer Bücherei funktioniert und durchlaufen in mehreren Stationen die gleichen Aufgabenbereiche, die auch Auszubildende durchlaufen. Wo finde ich welches Buch und wie erkenne ich die einzelnen Bereiche? Wie funktioniert die Arbeit an der Theke? Welche Schritte braucht es, um ein Buch „büchereifertig“ zu machen? Für jeden erfolgreich durchlaufenen Bereich gibt es einen Stempel in ein „Stempelheft“. Bis zum Ende des Schuljahres ist geplant, dass jedes Kind selbst ein Buch findet, welches es noch nicht in der Bücherei gibt, dort aber unbedingt einen Platz finden sollte. Ist das Buch gefunden, kümmert sich jedes Kind selbst um die Bestellung des Buches, dessen Katalogisierung und Vorbereitung für die Ausleihe.

                „Die Angebote sind richtig cool. Am besten ist der Büchereiclub. Man lernt hier sehr viel über Bücher und über die Arbeit in der Bücherei.“ (Hannah, 5a)

Hineinschnuppern in den Berufsalltag in der Bücherei: Im Büchereiclub lernen schon die Kleinsten, wie die Arbeit in einer Bücherei funktioniert. Coronabedingt musste die Gruppe leider für einige Wochen in einen Klassenraum umziehen.