Chronik der Schule, 1. Teil

Von den Anfängen bis 1976

   Im Jahr 1905 wurde die Höhere Bürgerschule unter Leitung des Rektor Tewes, der fast fünf Jahre lang amtierte, gegründet. Außer ihm waren an dieser Schule weiterhin zwei Lehrer angestellt, die in drei Klassen 85 Schüler (56 Jungen, 29 Mädchen) unterrichteten. Schon 1909 wurde die bisherige Höhere Bürgerschule in eine Realschule für Jungen und Mädchen umgeformt, deren Leitung Dr. Witt übernahm, welcher 1910 vom Großherzog von Oldenburg zum Direktor ernannt wurde. Im Gebäude der neuen Realschule blieben 1909 zunächst zwar noch zwei Klassen der ehemaligen Bürgerschule mit 6 Jungen und 12 Mädchen bestehen, doch am Ende des Jahres 1910 ging auch diese ein. Die Gesamtzahl der Schüler der Realschule betrug nun 86 Jungen und 54 Mädchen, die von inzwischen neun Lehrern unterrichtet wurden. Anfang Februar 1913 fanden zum ersten Mal schriftliche Abschlussprüfungen für die Mittlere Reife statt und Ostern 1913 wurde die Schule zu einer militärberechtigten Schule. Inhaber des Abgangszeugnisses hatten das sogenannte „Einjährige“, d.h., sie mussten nur ein Jahr Militärdienst ableisten.



Nach dem Tod des bisherigen Realschuldirektors Dr. Witt wurde 1914 Dr. Martin Lauterbach in das Amt des Direktors eingeführt, das er bis Ostern 1920 innehatte. Sein Nachfolger wurde der seit 1911 an der Nordenhamer Realschule lehrende Oberlehrer Dr. Arthur Schäfer, der die Schule bis 1934 leitete. Zu Beginn des Jahres 1920 gab es 287 Schüler (175 Jungen, 112 Mädchen). Im Februar begann der Ausbau zur Oberrealschule, der Ostern 1923 mit der ersten Reifeprüfung der Oberrealschule vollendet und behördlich anerkannt wurde. 1925 fanden an dem Gebäude Baumaßnahmen zur Erweiterung statt, die durch die ständig wachsende Schülerzahl notwendig geworden waren.

Am 1. April 1934 ging die bisher städtische Oberrealschule in den Besitz des Landes Oldenburg über. Mit dieser Änderung wechselte auch die Leitung der Schule, so dass als neuer Direktor Dr. Claus Thomé eingeführt wurde, dessen Amtszeit bis 1945 andauerte. Ostern 1934 betrug die Schülerzahl 251, und zwar 159 Jungen und 92 Mädchen, die gemeinsam unterrichtet wurden. Durch die weiterhin ständig wachsende Schülerzahl wurde auch der Bau einer Turnhalle notwendig . Seit der „Machtergreifung“ Adolf Hitlers im Jahre 1933 bereitete das Reichserziehungsministerium die äußere und innere Umgestaltung des höheren Schulwesens vor, so dass das Organisations- und Lehrprinzip der höheren Schulen vereinheitlicht wurde. Aus der Nordenhamer Oberrealschule wurde 1937 eine Oberschule für Jungen und Mädchen, von denen letztere lediglich die 1. bis 5. Klasse der Oberschule besuchen durften.


Als Sprachenfolge war für die Jungen von Klasse 1 bis 8 Englisch, ab Klasse 3 Latein verpflichtend. In den Oberklassen wurde Französisch als Wahlfach angeboten. Für die Mädchen war von Klasse 1 bis 5 lediglich Englisch vorgesehen. Seit Ostern 1937 hörte die bisher neun Jahre lang dauernde höhere Schule auf und war nun nur noch achtjährig. Als einheitlicher Schuljahresbeginn galt der 1. September. Neben diesen Änderungen wurde auch die Lehrverfassung geändert. Es war vorgesehen, jede Klasse fünf Stunden lang pro Woche im Fach Sport zu unterrichten. Außerdem hörte 1939 die Gemeinschaftserziehung der Jungen und Mädchen auf, da diese mit dem nationalsozialistischen Gedankengut nicht zu vereinbaren war. Lediglich besonders begabten Mädchen war es von diesem Zeitpunkt an erlaubt, nach der Mittleren Reife in die 6. Klasse der Oberschule für Jungen überzutreten. Die Schülerzahl betrug in den Jahren 1938/39 283 (194 Jungen, 89 Mädchen). Vom Ausbruch des 2. Weltkriegs an bestanden die Oberstufenklassen zu immer größeren Teilen lediglich aus Mädchen, da die Jungen zur Wehrmacht eingezogen wurden. Nachdem jedoch im Sommer 1944 die Mädchen zu Schanzarbeiten gebraucht wurden, bestand gegen Ende des Krieges keine achte Klasse mehr. Im Februar 1945 wurde die staatliche Oberschule von der Wehrmacht als Reservelazarett beschlagnahmt, so dass die Schüler in Räume der Berufs- und Sonderschule umziehen mussten. Nach dem Zusammenbruch des Dritten Reiches wurde die Schule Anfang Mai 1945 ganz geschlossen, bis sie am 10. Januar 1946 unter Studiendirektor Pingel und Oberstudienrat Schwab wieder eröffnet wurde. Nach der Schulreform 1947 wurden Latein und Französisch als 2. Fremdsprache eingeführt und die alten Klassenbezeichnungen geändert.

   Im Oktober 1948 trat Dr. Pingel in den Ruhestand und Oberstudiendirektor Dumkow übernahm die Leitung der Schule. Am 19. Mai 1954 hörte das Land Niedersachsen auf, allein Träger der Schule zu sein, so dass im Oktober 1954 die Stadt Nordenham die sächliche Schulträgerschaft übernahm. Da nach dem Krieg die Zahl der Schüler durch den Zustrom von Flüchtlingskindern beträchtlich gestiegen war, begann man 1955 einen eingeschossigen Neubau zu bauen. Dazu fand 1956 der Ausbau der alten Aula statt, die am 4. Mai 1957 eingeweiht wurde.  

 Auch im gesellschaftlichen Bereich veränderte sich die Schule, indem auf eine Anregung des Direktors in den Jahren 1951 eine Schülervertretung gewählt wurde, die das Problembewusstsein für die die Schule betreffenden Schwierigkeiten wecken und diese gemeinsam lösen wollte. Die Nachfolge des verabschiedeten Direktors Dumkow übernahm am 7. Dezember 1957 Oberstudienrat Meyne, der am 29. März 1966 starb. Oberstudienrat Dr. Harders übernahm nun vorläufig die Leitung der Schule, bis er am 1. Dezember 1966 von Direktor Odinga abgelöst wurde. Unter seiner Amtszeit konnte am 30. August 1968 die offizielle Einweihung eines Neubaues stattfinden. In den folgenden wurde durch die Bestimmungen des Kultusministers die gymnasiale Oberstufe reformiert und zur Sekundarstufe II hin erweitert. Da die Stadt Nordenham die dazu notwendigen Voraussetzungen  eine genügend hohe Schülerzahl aus einem Einzugsgebiet von ca. 40000 Einwohnern  erfüllte, wurden Baupläne für einen weiteren Neubau erarbeitet . Dieser wurde nämlich durch das geplante Kurssystem, in dem eine erhöhte Zahl von kleineren optimal ausgestatteten Fachräumen gebraucht wird, notwendig. Im Jahr 1976 wurde dieser Neubau vollendet und eingeweiht, so dass die Schüler nun durch das vollentwickelte Kurssystem bis zum Abitur gelangen. Auch im gesellschaftlichen Bereich veränderte sich die Schule, indem auf eine Anregung des Direktors in den Jahren 1951 eine Sch¸lervertretung gewählt wurde, die das Problembewusstsein für die die Schule betreffenden Schwierigkeiten wecken und diese gemeinsam lösen wollte. Die Nachfolge des verabschiedeten Direktors Dumkow übernahm am 7. Dezember 1957 Oberstudienrat Meyne, der am 29. März 1966 starb. Oberstudienrat Dr. Harders übernahm nun vorläufig die Leitung der Schule, bis er am 1. Dezember 1966 von Direktor Odinga abgelöst wurde. Unter seiner Amtszeit konnte am 30. August 1968 die offizielle Einweihung eines Neubaues stattfinden. In den folgenden wurde durch die Bestimmungen des Kultusministers die gymnasiale Oberstufe reformiert und zur Sekundarstufe II hin erweitert. Da die Stadt Nordenham die dazu notwendigen Voraussetzungen  eine genügend hohe Schülerzahl aus einem Einzugsgebiet von ca. 40000 Einwohnern  erfüllte, wurden Baupläne für einen weiteren Neubau erarbeitet . Dieser wurde nämlich durch das geplante Kurssystem, in dem eine erhöhte Zahl von kleineren optimal ausgestatteten Fachräumen gebraucht wird, notwendig.

Im Jahr 1976 wurde dieser Neubau vollendet und eingeweiht, so dass die Schüler nun durch das vollentwickelte Kurssystem bis zum Abitur gelangen.   

Teil 2

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Am 11.11.2006 von Marcel verfasst.