Vom Wettkampfmuffel zur Weltmeisterin

Viele Gratulanten verneigen sich vor der Taekwondo-Sportlerin Vanessa Worbs. Früher wollte die Nordenhamerin nie an Turnieren teilnehmen. Zum Glück änderte Vanessa Worbs ihre Meinung.

Vanessa  Worbs hat in den 18 Jahren ihres Lebens schon einige Prüfungen überstanden. Aber der Empfang, der ihr am Donnerstagabend in der Mensa des Gymnasiums bereitet wurde, war auch für sie etwas ganz Besonderes. Der zweifachen Taekwondo-Weltmeisterin war angesichts des Blitzlichtgewitters, der Kamera eines Fernsehsenders, die auf sie gerichtet war, und der vielen anerkennenden Worte und Glückwünsche die Verlegenheit schon ein wenig anzumerken. Aber auch diese Prüfung meisterte sie mit Bravour. Argentinien, das sei der Höhepunkt in ihrer sportlichen Laufbahn gewesen, blickte sie noch einmal auf die Wettkampftage bei der WM in Mar del Plata zurück. „Das Schönste überhaupt war das Teamgefühl.”


Vanesse Worbs Ehrung
 

Wie die NWZ berichtete holte die Schülerin bei der Weltmeisterschaft zwei Gold- und zwei Bronzemedaillen. Am Donnerstag verneigte sich die Stadt vor dieser außergewöhnlichen Leistung. Mitschüler, Lehrer, Trainer, Sportkollegen, die Familie und viele weitere Menschen waren gekommen, um zu gratulieren. Mit ihrem Vater Ralph Worbs betrat die Doppel-Weltmeisterin unter dem Beifall der Gäste die Mensa, in der kaum ein Platz unbesetzt geblieben war. Der 12. Jahrgang, zu dem auch Vanessa Worbs gehört, übernahm die Bewirtung. Und nachdem die Schulband „Highheads” zwei Rocktitel gespielt hatte, gaben sich die Laudatoren das Mikrophon in die Hand.

Eine gute Schülerin

Alle Redner lobten die tolle sportliche Leistung der Weltmeisterin. Schulleiter Klaus-Dieter Laske verriet, dass Vanessa Worbs eine gute Schülerin ist. Sie habe gezeigt, dass sich Schule und Hochleistungssport gut miteinander vereinbaren lassen. Dr. Hans Hortig, der Geschäftsführer des Budo- und Dojang-Centers, in dem die 18-Jährige trainiert, erklärte die Sportart Taekwondo. Und so bekamen die Gäste einen Eindruck, wie viel Ausdauer und Fleiß dazu gehören, um so erfolgreich zu sein wie die frisch gebackene Titelträgerin.

 

Trainer Bernd Strahlmann verriet, dass Vanessa Worbs früher nie an Wettkämpfen teilnehmen wollte. Leichte Verneigungen seien im Taekwondo üblich. Gestern verneigte sich der langjährige Wegbegleiter der Weltmeisterin ganz tief. Von Vater Ralph Worbs erfuhren die Gäste, dass er mit Vanessa oft im Garten trainiert hat. Auch für ihn sei der Erfolg seiner Tochter etwas ganz Besonderes gewesen. „Da kriegst du eine Gänsehaut, wenn du erfährst, dass deine Tochter Weltmeisterin geworden ist.”

 

Bürgermeister Hans Francksen betonte, dass neben der Disziplin auch das Umfeld, also Eltern und Trainer, ganz entscheidend für den Erfolg sind. Den Taekwondo-Kindern, die in ihren Trainingsanzügen an der Feier teilnahmen, riet er, sich Vanessa Worbs zum Vorbild zu machen: „Übt fleißig, in euch steckt mehr als ihr glaubt.”

Für viele ein Vorbild

„Wer ist Herr Klitschko?” fragte der Kreissportbund-Vorsitzende Wilfried Fugel mit einem Blick auf die Weltmeisterin. Für viele sei Vanessa Worbs nun ein Vorbild geworden. Er sei sicher, dass sie auch diese Last meistern werde. Wilfried Fugel betonte, dass Vanessa Worbs ein Beispiel für die Fairness und den Respekt vor den Gegner sei, der gerade bei den Kampfsportarten eine große Rolle spiele.


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Am 14.12.2009 von M. Schmid verfasst.